Herzlich Willkommen im Max-Morlock-Stadion!

Die Idee, das Nürnberger Stadion in Max-Morlock-Stadion umzubenennen, wurde bereits vor langer Zeit in der Nürnberger Fanszene geboren. Gemeinsam mit der Unterstützung der Consorsbank ist diese Idee Wirklichkeit geworden. Wir freuen uns, auf viele gute Spiele im Max-Morlock-Stadion mit euch!

Warum Max Morlock?

Max Morlock war Ikone und zugleich größter Fan des 1. FCN. Er hat das Wunder von Bern ermöglicht, war zweimal Deutscher Meister und Fußballer des Jahres. Dennoch blieb er seinem Verein immer treu. Statt dem Ruf des großen Geldes zu folgen, stand er lieber in seinem Kiosk in der Nürnberger Südstadt. Mit der Umbenennung des Nürnberger Stadions, haben die Menschen in der Region ihm ein Denkmal gesetzt.

1930

Das erste Mal im Zabo

Mit fünf Jahren durfte der kleine Maxl zum ersten Mal in den nahen „Zabo“. Dort hatte der 1. FC Nürnberg seine Heimat und trug in dem stattlichen Stadion seine Heimspiele aus. „Da drunten will ich a mol spiel’n“, war Maxls Traum. Seit diesem Tag trieb er sich im Zabo mit seinen zwei Brüdern und anderen Freunden bei jedem Club-Heimspiel herum. Geld für den Eintritt hatten die Jungs nicht, also schlüpften sie durch ein Loch im Zaun auf das Gelände. Während des Spiels lagerten sie hinter dem Club-Tor. Das wurde damals von ihrem Idol, von „Hauptmann“ Georg Köhl, gehütet, dem Nachfolger des legendären Heiner Stuhlfauth.

Als Ballnrussla rannten die Jungs den verschossenen Bällen hinterher, um sie möglichst schnell dem Torwart zu bringen. Nach dem Spiel warteten sie dann an der Tribüne auf die Spieler. Das Höchste war für sie, einem der Spieler, die sie so sehr bewunderten, die Tasche tragen zu dürfen.

1932

Kellerfensterln und Eisfußball

Der Weg zum Weltmeister begann für Max Morlock auf der Straße. Das ganze Jahr über spielte er mit seinen Freunden in jeder freien Minute „Kellerfensterln“. Zwei nebeneinander gelegene Kellerfenster dienten dabei als Tore und ein Knäuel aus alten Lumpen und einigen Metern Schnur als Ball. Mit einem solchen „Flecklasball“ ging es auch im Schulhof der Volksschule Scharrerstraße, die der kleine Maxl seit dem Herbst 1931 besuchte, hoch her.

Im Winter wagten sich die Knirpse mit dem „Ball“ aber auf das Eis des Zeltnerweihers, der vom Elternhaus in der Schloßstraße nicht weit entfernt war – eine exzellente Schule für Geschicklichkeit und Präzision – ein ganz besonderes Training für Gelenke, Sehnen und Muskeln.

1938–40

Von Eintracht Nürnberg zum Club

Vater Maximilian Morlock waren die vom Gekicke auf der Straße geschundenen Ellbogen und Knie seines Sohnes sowie die zerschlissenen Hosen und Schuhe auf Dauer zu viel. Auf Druck seines Vaters schloss sich der 13-jährige Max daher einem ordentlichen Sportverein an. Die Wahl fiel auf Eintracht Nürnberg.

Als die Eintracht-Jugend im Frühjahr 1940 den 1. FCN im Endspiel um die Jugendmeisterschaft besiegte, wurden die Späher des Club auf das Riesentalent beim FC Eintracht Nürnberg aufmerksam. Am 1. Mai 1940 wurde Morlock, der inzwischen eine Lehre als Mechaniker begonnen hatte, ein Cluberer mit der Mitgliedsnummer 17.071. Sein erster Sieg im weinroten Trikot war mit der B-Jugend gegen Vorra.

Schon eineinhalb Jahre später, am 30. November 1941, spielte Max Morlock als 16-Jähriger zum ersten Mal in der ersten Mannschaft.

1946–48

Kalorienspiele und Deutsche Meisterschaft

Die Tribüne im Nürnberger Zabo war abgebrannt, den Rasen zierten Bombenkrater. Seine ersten Heimspiele nach dem Zweiten Weltkrieg trug der Club daher im Fürther Ronhof aus – bald schon wieder mit Max Morlock, der im September 1945 nach dem Kriegseinsatz an der Ostfront und kurzzeitiger amerikanischer Gefangenschaft nach Nürnberg zurückgekommen war. Besonders im Hungerwinter 1946/47 tingelte die Club-Mannschaft für sogenannte Fress- und Kalorienspiele über das Land.

Max Morlock, inzwischen Kraftfahrer bei einer Großgaststätte, kutschierte die Mannschaft mit seinem Eineinhalb-Tonner durch die Gegend. Mal ging es bei den Spielen um ein paar Zentner Kohlen, mal um Körbe voller Kirschen oder kiloweise Fleisch.

In der Oberliga Süd war Max Morlock längst der Schrecken aller Torhüter. Seine 30 Tore sicherten dem Club 1948 letztlich die Deutsche Meisterschaft.

1950er

Kopfbälle als Spezialität

Obwohl meist einen Kopf kleiner als seine Mitspieler, trumpfte Max Morlock gerade beim Kopfballspiel groß auf.

„Ich kam auch nicht als Wunderkind zur Welt“, sagte er immer. Unermüdlich trainierte er daher am Pendel oder bei nahezu jeder sich bietenden Gelegenheit das Timing des Absprungs, die Dynamik des Sprungs und schließlich die Präzision, dem Ball mit dem Kopf die gewünschte Richtung zu geben.

Schon als Jugendlicher übersprang er die 1,70 Meter, obwohl er selbst nur 1,70 Meter groß war. „Das Sprungvermögen ist es nicht allein“, schilderte er den Zeitungsreportern sein Erfolgsrezept. „Dazu kommt die Fähigkeit, den Flug des Balles zu berechnen, genau im richtigen Augenblick zu springen und dann am höchsten zu sein, wenn ich den Ball mit dem Kopf treffe.“ Kraftvoll, wuchtig und dynamisch – die Kopfbälle waren Morlocks Spezialität.

1953

Die Begegnung mit dem Bundespräsidenten

Max Morlock bestritt 26 Länderspiele für Deutschland und erzielte dabei 21 Tore. In den Plänen von Sepp Herberger spielte er ab 1952 eine feste Rolle. Der Bundestrainer schätzte den Club-Spieler nicht nur als Torjäger und kampfstarken Antreiber, sondern als perfekten Kombinationsspieler. Er sei, wie er sich ausdrückte, „der ideale Verbinder“ zwischen Abwehr und Angriff.

Bei seinem achten Länderspiel im März 1953 in Köln gegen Österreich konnte Morlock nicht nur auf dem Platz, sondern schon vor dem Anpfiff seine Treffsicherheit und Schnelligkeit beweisen. Die Spieler wurden dem Bundespräsidenten Theodor Heuss vorgestellt. Morlock, der Kleinste, stand als Letzter in der Reihe. Als er Heuss die Hand schüttelte, sprach der ihn an: „Und Sie sind sicher der Torwart?“ Morlock wollte keine peinliche Situation heraufbeschwören und antwortete blitzschnell: „Ja, Herr Bundespräsident, ich bin der Torwart.“

1954

Der Straßenfußballer wird Weltmeister

Schon in den vier Qualifikationsspielen zur Fußballweltmeisterschaft 1954 war Max Morlock mit sechs Toren der erfolgreichste deutsche Spieler. Bis zum Finale in Bern legte er noch einmal fünf Treffer nach. Kein Wunder, trug er doch bei der WM seine Glückszahl, die Nummer 13, auf dem Rücken. Im Endspiel lag Deutschland gegen die hoch favorisierten Ungarn nach acht Minuten schon mit 0:2 hinten. Dann leitete Morlock mit seiner Fußspitze die Wende ein.

Am Ende gewann Deutschland 3:2 und wurde zum ersten Mal Weltmeister. Alles sprach vom Wunder von Bern, nur Max Morlock nicht: „In Bern oder in der Schweiz sind überhaupt keine Zeichen oder Wunder geschehen. Wir waren dreieinhalb Wochen zusammen, hatten keine Ablenkung, spielten nur Fußball und bildeten einen unzerreißbaren Kameradenkreis, der wohl seinesgleichen suchte.“

1961

Leitwolf der jungen Wilden

Die „junge Wilden“ des 1. FC Nürnberg holten sich 1961 souverän die Meisterschaft in der Oberliga Süd und blieben als einzige Mannschaft in der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft unbesiegt.

Im Finale ging es gegen die favorisierten Borussen aus Dortmund. Das Durchschnittsalter der Endspielelf des Club betrug knapp 24 Jahre, wobei „Leitwolf“ Max Morlock mit seinen 36 Jahren diesen Schnitt gewaltig nach oben drückte. Acht Spieler kamen aus der eigenen Jugend. Die „jungen Wilden“, angeführt von ihrem Kapitän Morlock, setzten sich unerwartet klar mit 3:0 durch und holten den Titel.

„Nach 13 Jahren langen Wartens hat sich mein Traum erfüllt, gegen Ende meiner Laufbahn mit dem Club noch einmal Deutscher Meister zu werden“, jubilierte er nach dem Schlusspfiff. Die Sportjournalisten erkannten die Leistung des „Leitwolfs“ neidlos an und wählten Morlock mit großem Vorsprung zum „Fußballspieler des Jahres 1961“.

1964

Der Abschied nach 900 Spielen

„Ein Mensch ist keine Maschine“, pflegte Max Morlock oft zu sagen. „Man ist nicht den einen Tag so gut wie den anderen. Und schließlich und endlich brennt auch der beste Motor einmal aus.“ Einen Tag nach seinem 39. Geburtstag beendete Max Morlock am 12. Mai 1964 seine aktive Laufbahn.

Eine Fußball-Karriere voller Rekorde: Als Straßenfußballer schaffte er es bis zum Weltmeister. 900-mal spielte er im Club-Trikot und schoss dabei über 700 Tore. Knapp 23 Jahre spielte er in der ersten Mannschaft. Als einziger Spieler war er alle 18 Jahre in der Oberliga Süd dabei: Seine 286 Tore und seine 451 Spiele in der Oberliga Süd blieben unerreicht.

Max Morlock, die Legende des Club, starb am 10. September 1994. Doch er bleibt bis heute unvergessen: Im Mai 1995 erhielt der Platz vor dem Stadion den Namen Max-Morlock-Platz. Seit 2008 erinnert eine von Club-Fans gestiftete Bronze-Statue an Max Morlock – und seit 2017 heißt das Stadion Max-Morlock-Stadion.

Rückblick: Max gemeinsam, Crowdfunding und die Consorsbank

Ende Dezember 2016 hat die Consorsbank die Namensrechte am Stadion für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren von der Stadt Nürnberg erworben. Anstelle eines klassischen Namen-Sponsorings startete das Unternehmen die Crowdfunding-Aktion „Max gemeinsam“, die Bürger und Fans sowie ortsansässige Unternehmen dazu aufrief, sich zu engagieren und die Umbenennung in Max-Morlock-Stadion zu ermöglichen.

„Insgesamt haben sich die Unterstützer des Fundings mit über 330.000 Euro beteiligt. Diese großartige Leistung hat uns sehr beeindruckt. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, die Summe aufzustocken und das Crowdfunding damit erfolgreich abzuschließen“, erklärt Kai Friedrich, CEO der Consorsbank. „Gemeinsam haben wir das Ziel erreicht, für das sich die Fans und Menschen in der Region seit Jahren eingesetzt haben. Das ist eine tolle Hommage an die Vereins- und Stadtlegende Max Morlock.“

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